Busfahr´n im Westen

Viel gesehen, viel passiert. Zuletzt hatten wir ein paar Tage frei und haben diese genutzt, um den Westen Ugandas und seine Kulturen genauer kennen zulernen.

Start war Kampala, sowie auch das Ziel. Dort nahmen wir zunächst einen Reisebus Richtung Fort Portal, was mehr oder weniger spontan geschah. Da wir wenig Ahnung von den Bussen Richtung Westen hatten, sind wir einfach zum Busterminal gefahren und hatten uns nach Tickets erkundigt. Ging dann auch ganz gut – nach kurzem Verhandeln mit dem wirklich fairen Busfahrer, hatten wir die Tickets in der Tasche, das jedoch mit der Vorahnung, dass die Abfahrt des Busses noch in weiter Ferne liegt.
Manchmal kann man nach dem Erwerb der Tickets bis zu 3 Stunden warten und bis die Busse aus dem Traffic Jam von Kampala raus ist, kann man auch laufen.

Erfreulicherweise stellte ich jedoch fest, dass einer der Angestellten, der Buscompany viele Gesten und keine Lautsprache zur Kommunikation benutzte. Ich grüßte ihn in Gebärdensprache der und er grüßte mich mit einem freundlichen „Good Afternoon!“ und stellte sich als Suleiman vor. Gehörlose im Hörenden Umfeld zu treffen, ist für mich immer eine Freude, da auch Suleiman sehr integriert war und trotz der Barriere eine Menge mit seinen Kollegen kommuniziert. Diese können zwar wirklich sehr wenig Gebärdensprache, zeigen aber Geduld und Verständnis. Dieses ist nötig, da Gehörlose in einer anderen Welt und somit auch einer völlig unterschiedlichen Kultur aufwachsen. Ungefähr so wie Uganda und Deutschland – Total gleich, aber teilweise einfach völlig verschieden.

Dann kam der Zeitpunkt der Abfahrt. Ich verabschiedete mich, jedoch war das bestimmt nicht das letzte Mal, dass wir uns gesehen haben, da die Busfahrten sehr günstig sind. Für die knappen 300 km (Kampala – Fort Portal) haben wir 23.000 Ush bezahlt (6€). Ist aber auch mehr Holzklasse als alles andere. Gesehen haben wir auf der Fahrt nicht so viel, jedoch geschlafen.

Circa Mitternacht kamen wir dann bei dem Fort Portal an. Der zahlenmäßig Größte Stamm ist hier der der Batoro. Doch das sollte nicht der einzige Stamm sein, den wir kennenlernen sollten.

Am nächsten Morgen haben wir dann erstmal lang ausgeschlafen und breit gefrühstückt. Nach dem abhaken dieser Tagespunkte ging es dann zu dem Projekt der Freiwilligen dem Toro Babies Home. Welches 25 Waisen ein zu Hause gibt.

Nachdem wir das Projekt besucht hatten, entschieden wir uns dafür noch eine Runde wandern zu gehen. Dafür nahmen wir uns erstmal für umgerechnet 1,50 € pro Person ein Motoradtaxi und sind zu einer Lodge hingefahren. Da teilte man uns erstmal mit, dass diese Area die einzige zum hiken ist und das dann 30 Tausend Uganda Shilling kostet. Wir fuhren zurück Richtung Stadt auf dem Weg dahin fanden wir einen malerischen Hügel, der sich nur so zum Wandern anbot. Runter von den Bodas ging es weiter – per pedes. Ein paar Schritte weiter folgten uns schon ein zwei Mädels, welche sich bereiterklärten uns den Hügel hinaufzuführen. Der Blick von oben hat uns dann entlohnt, es war wunderschön wie der ganze Westen Ugandas. Danach haben wir dann noch eine Gehörlosenschule besucht. Dort wurde aber leider keine Gebärdensprache benutzt. Uns wurde gesagt, es wären keine Gelder da, um die Lehrer auf Seminare zu schicken.

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Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Kasese. Hier ging es schon wieder weiter mit dem nächsten Stamm. Die Bagonjo. Deren Sprache Lugonjo sich auch schon wieder von dem Lutoro des Stammes um Fort Portal unterscheidet.

Dort angekommen nahmen verstauten wir unsere Sachen in einem Guesthouse für 10,000 Shilling pro Nacht / pP (umgerechnet ca. 2,50 €) und nahmen uns Bodafahrer in ein nahegelegenes Bergtal. Das hat auch nochmal richtig Spaß gemacht, da wir dort Wandern waren. Auf dem Weg dorthin durften wir dann mal wieder eine alternative Definition von nah lernen. Am Ende waren es knappe 25 km die wir gefahren sind. Trotzdem waren die Bodafahrer richtig gute Guides. Sind mit uns auf einen kleineren Berg nahe der Rwenzoris raufgeklettert und konnten viele Fragen beantworten. Genauso wie wir hatten sie Interesse an unserer Kultur und haben uns auch ausgefragt. Den Rückweg bin ich dann auf dem Motorad gefahren, mit dem Bodafahrer hinten drauf. Das hat richtig Laune gemacht.

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Bisschen kaputt ging es dann zurück ins Guesthouse und nach dem Abendbrot war auch schon schlafen angesagt.

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Mbarara, wo wir nur umgestiegen sind. Der Weg dorthin war aber der absolute Hammer. Da wir ohne Karte unterwegs waren, hatte ich keine richtige Vorstellung von der Region. Ich wusste nur, dass man über Bushenyi (Mbarara) zurück nach Kampala fahren kann und irgendwo vielleicht an so einem Nationalpark vorbeifährt ;-P

Dort erwartete uns eine wunderschöne Landschaft mit dem Lake George und dem Lake Edward. Dort hüpften dann auch ein paar Uganda Kobs rum, die einen Hauch von Eleganz mit sich tragen. Doch das große Highlight sollte erst noch kommen. Der Polizist, der misstrauisch in unser Taxi reinschaute, war es nicht. Doch nach einem widerspenstigen Grummeln konnten wir auch schon weiterfahren. Dann wurde es aber lauter. Zuerst dachte ich, dass wir von der Straße abkommen, da alle im Van ein wenig panisch wurden. Als ich dann aber links aus dem Fenster sah, wusste ich warum alle „lion!!!“ schrien. Ca. zwei Meter neben mir war eine Löwin dabei die Straße zu überqueren. Das war sogar für die Einheimischen ein Grund zur Euphorie.

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Doch damit hörte es nicht auf … uns wurde langsam klar, dass wir nicht an dem Nationalpark vorbeifahren, sondern mittendurch J die Landschaft wurde immer schöner und da kam auch schon das nächste Sahnehäubchen. Ein Elefant, 500 m weiter der nächste und darauf noch einer!
Wenig später fuhren wir durch ein Dorf wo wir eine riesige gegrillte Cassava Wurzel für 1000 Shilling und 12 Bananen für den selben Preis kauften.

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Doch die Schönheit der Natur wollte gar nicht aufhören. Wir erreichten die Region der Ankole, genauer gesagt Bushenyi. Die Hügel waren perfekte Halbkreise und es wuchs einfach alles zu Hauf. Tee, Matooke, Banane, Cassava, … das könnte ewig so weitergehen. Das meiste an Kochbanane was wir in unserer Area (Kyebando/Kampala) an Matooke essen, kommt aus dieser Region. Ist dann natürlich auch deutlich teurer, aufgrund von Transportkosten.

In Mbarara angekommen, setzten wir uns nur noch in den Bus in Kampala und ließen unsere unfassbar schöne und erfahrungsreiche Reise mit einem Schläfchen auf der Busfahrt ausklingen.

Hiermit könnt ihr lernen wie sich die einzelnen Tribes grüßen (morgens/abends) und wie sie Danke sagen.

Tribe Greeting Thank you
Batoro Oreire ota

Osibire ota

Webale
Bagonjo Wabukile

Wasibire

Wasinge
Banayuruguru Agalereyo

Osibirigye

Webare
Banyakole Oreire ota

wasibota

Webare

Das wars dann.

LG euer Malte 😛

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